News 2011

Hi Fans und Friends,

please enjoy new, rare and never published
photos and photocollages of my heroes in Jazz.

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keep grooving
Sepp from www.my-jazzworld.com




Hi Fans und Friends von my-jazzworld.com,

das Jahr 2009 geht nun zu verschneit Ende, und auch im Dezember gibt es im MyJazzworld Newsletter meine
persönlichen Begegnungen mit ausgewählten Stars of Jazz, bisher unveröffentlichten privaten Fotos der Musiker
und meine speziellen Musik-, CD-, DVD-, youtube Videolink- und andere Tipps.
Danke für das schöne und zahlreiche Feedback.

Herzliche Grüße, schöne Weihnachten und einen tollen Rutsch ins Neue Jahr
keep swinging

Sepp Werkmeister

www.my-jazzworld.com


Dezember 2009

Sepp´s Jazzmusiker des Monats:

Louis Armstrong

Meine Armstrong Story:
Von New Orleans über Chicago nach New York.
“Daniel Louis Satchmo Armstrong” ein Jahrhundert Künstler


Wenn er auftrat, versuchte ich immer dabei zu sein. Nach einem Konzert im Circus Krone 1964 vermittelte mir sein Agent Joe Glaser ein Gespräch mit ihm. Wir unterhielten uns gut, und Louis Armstrong lud mich in sein Haus nach New York ein. Ich freute mich, zweifelte aber daran, dass sich der Besuch jemals realisieren ließe: Ich kannte den übervollen Terminkalender Armstrongs.
Aber 1969 war ich eine Woche in New York. Ich traf William Hopkins, einen befreundeten Art-Direktor der Zeitschrift „Look“. Er war mit Louis und seiner Frau Lucille seit Jahren befreundet. Vier Tage später saßen wir bei Armstrongs und waren überwältigt von deren Herzlichkeit. Die Wohnung: ein wahres Museum! Sie war mit unzähligen Fotos und Auszeichnungen dekoriert, und vom Plattenspieler ertönten – was auch sonst? – Louis Armstrong und seine Hot Seven. Auf Louis Wunsch waren wir ohne Kamera gekommen. Aber zum Abschied schenkte er mir ein Bild von seiner Frau und sich zur Erinnerung.

Louis Daniel „Satchmo“ Armstrong (* 4. August 1901 in New Orleans, Louisiana; † 6. Juli 1971 in New York City, New York) war ein amerikanischer Jazztrompeter und Sänger.

In den 1930er Jahren, als sich der neue Jazz-Stil des Swing entwickelte, trat Louis Armstrong dem neuen Stil entsprechend, vorwiegend in Big Bands auf (u. a. dem Orchester von Luis Russell) und wurde rasch innerhalb und außerhalb der USA bekannt. Ab 1932 führten ihn zahlreiche Tourneen nach Europa, später in die ganze Welt. 1947 löste Armstrong seine Big Band auf und kehrte wieder zu seinen Ursprüngen, dem New Orleans Jazz und den kleinen Formationen zurück (Louis Armstrong and his All Stars feat. Velma Middleton). In den 1950er und 1960er Jahren war es insbesondere Armstrongs Talent als Sänger und Entertainer, das ihn zum Weltstar machte. Eine weitere Steigerung seiner Popularität erzielte er durch die Hollywoodfilme, bei denen er mitwirkte, wie z. B. Die Glenn Miller Story, Die oberen Zehntausend und die Verfilmung von Hello, Dolly!. Nicht zuletzt aufgrund seiner weltweiten Berühmtheit wurde Louis Armstrong in der Hochzeit des Kalten Krieges in den 50er Jahren von US-Regierung als musikalische Mobilmacher in den Ost-West-Konflikt entsandt. Ab 1956 reiste er zusammen mit Künstlern wie Benny Goodman in den Ostblock und die sowohl von den USA und den UdSSR umworbenen Staaten in Afrika und Asien. So kamen 1956 im heutigen Ghana 100.000 Menschen in ein Stadion, um ihn zu erleben. Zusammen mit weiteren Stars des Jazz wie Dizzy Gillespie und Duke Ellington nutzte Armstrong seine Popularität auf seinen Tourneen auch, um für die Afro-Amerikaner Menschen- und Bürgerrechte einzufordern. So weigerte sich Armstrong 1957 aufgrund der Rassentrennung in den USA, im Auftrag des US-State-Departments in die UdSSR zu reisen.

Seine unermüdliche Energie und seine vielen Auftritte forderten schon früh gesundheitlichen Tribut. Auf Grund mehrerer ernsthafter Krisen rieten die Ärzte Armstrong vom Trompetespielen ab, um seine Gesundheit zu schonen. Dem Publikum und seinem Ehrgeiz verpflichtet, verlegte sich Armstrong seit dieser Zeit mehr auf den Gesang. Im Jahre 1969 interpretierte er den John Barry/Hal David-Song We have all the Time in the World zum James-Bond-Film Im Geheimdienst Ihrer Majestät mit George Lazenby als 007. In dieser Zeit konnte er jedoch, von Ausnahmen abgesehen (u. a. die Gesangsduette mit Ella Fitzgerald auf z.B. Ella and Louis), wegen seiner körperlichen Schwäche nicht mehr an die bahnbrechenden Leistungen der 1920er und 1930er Jahre als Jazztrompeter und Jazz-Sänger anknüpfen.
Louis Armstrong starb am 6. Juli 1971 in New York an einem Herzanfall.

 

CD Tipp des Monats:

Louis Armstrong - Louis And The Good Book (Verve Master Edition) [Original Recording Remastered]


Wer nur die landläufig bekannten Armstrong-Reißer wie "Hello Dolly" oder "Wonderful World" kennt, kann sich eigentlich gar kein Bild machen, was für innovative, hochklassige und abgefahrene Musik Armstrong schon Ende der 50er gespielt hat. Diese Scheibe geht so dermaßen los, man kann sich Armstrongs Charme einfach nicht entziehen, und nach ein paarmal hören weiß man endlich, warum der Mann bis heute hoch gehandelt wird: Er war wirklich einer der Besten!

 

Louis Armstrong - Louis Armstrong Meets Oscar Peterson (Verve Originals Serie) [Original Recording Remastered]

Norman Granz war dafür bekannt, da0 er auf seinem Label Verve seine Künstler in immer neuen Kombinationen zu Aufnahmesessions zusammenstellte, nicht immer zum Vorteil der Musik, manchmal waren sie einfach nicht kompatibel. Man hätte sich das gleiche bei Louis Armstrong und Oscar Peterson fragen können - auf der einen Seite Louis, New Orleans Jazz spielend und 1957 schon über den Scheitelpunkt seines künstlerischen Schaffens hinaus - auf der anderen Seite Oscar Peterson, Granz' Haus- und Hofpianist, aus dem Swing-Bebop-Mainstream kommend, mit einem ganz eigenen Stil. Jedoch, es hat wunderbar funktioniert. Peterson ist nämlich auch ein hervorragender Begleiter, der sich - anders als sein Vorbild Art Tatum - in der Gruppe zurücknehmen kann und auch den Anderen im besten Licht zeigt. Louis Armstrong konzentriert sich hier im wesentlichen aufs Singen, nur auf der Hälfte der Stücke spielt er auch Trompete, aber das tut der Sache keinen Abbruch, im Gegenteil. Perfekt ergänzt werden die beiden durch Herb Ellis (g) und Ray Brown (b), damals Teil des Oscar Peterson-Trios, sowie Louis Bellson am Schlagzeug. Und zusammen swingen sie, was das Zeug hält, relaxed und unaufgeregt, mit großer Souveränität.

 

Louis Armstrong – Ella and Louis - The Complete Studio Recorded Duets [Doppel-CD]

Na, das ist auch eine Scheibe, die in keiner Sammlung fehlen sollte!

Ella Fitzgerald und Louis Armstrong grooven sich hier durch Klassiker des Great American Songbook, der alte Louis bläst dazwischen auch mal in seine trompete, dass dem Hörer die Luft wegbleibt. Armstrong ist übrigens als Trompeter total unterschätzt, sein Ton hat absoluten wiedererkennungswert, ja ist unverkennbar. ich denke auch ein Imitator hätte es schwer, diese besondere "stimme" perfekt zu imitieren. auch ein Miles Davies hat mal gesagt, dass er noch nie einen Ton gespielt habe, den nicht schon der alte Louis mal geblasen hat... Meine Lieblingsnummer auf dieser scheibe ist cheek to cheek, sie ist alleine den Kauf wert, obwohl alle anderen kaum nachlassen. es ist faszinierend, wie die Begleitcombo sich anpasst, wie die Spielweise bei der Begleitung von Louis und bei der von Ella variiert. Egal, welchen Musikgeschmack man hat, egal welche Musikrichtung man bevorzugt, einem reifen Hörer muss bei dieser scheibe das Herz aufgehen, der Fuß wippt mit, alles ist gut, das Ding ist einfach fein, sowas gibt es heute nicht mehr! zum Sound: Das masterband wurde mit Röhrentechnik perfekt aufgenommen, daher ist ein leichtes grundrauschen vernehmbar. Auch ist die Aufnahme dynamisch ein wenig eingeschränkt, davon abgesehen aber als absolut audiophil zu bezeichnen!

 

Louis Armstrong and Duke Ellington - The Great Summit [Doppel-CD] [Limited Edition]

Wer soll dieses Album kaufen? Ich finde, der Armstrong-Fan, sowie der Ellington Liebhaber. Überhaupt gehört diese Doppel-CD ins Regal jedes Freundes des klassischen Jazz.Das CD-Set vereint die kompletten zwei Alben, die diese beiden wahrhaften Giganten miteinander aufgenommen haben.Armstrong hatte zu den Aufnahmesessions seine damalige Band mitgebracht. Unter anderem mit dem ehemaligen Ellington-Band Mitglied Barney Bigard. Und der Duke selbst steuerte zu diesen Aufnahmen viele seiner populärsten Stücke bei. Es ist bemerkenswert, wie sehr Armstrong die Ellington-Stücke zu seinen eigenen macht und sie souverän interpretiert, als ob er viele von ihnen nicht erst zu dieser Aufnahme das erste mal spielen würde. Die zweite CD bringt ausschließlich hörenswerte Alternativ-Takes und Probenmitschnitte.Zusammen zeigt diese Doppel-CD, wie wirklich begnadete Musiker beim ersten offiziellen zusammentreffen innerhalb weniger Aufnahmestunden große Musik erschaffen können. Es macht einfach Spaß, daran teilzuhaben.

 

DVD Tip des Monats

Louis Armstrong - Live in Australia 1964

Endlich wurde dieser Mitschnitt aus dem australischen Fernsehen veröffentlicht. Sensationell! Weniger sensationell finde ich die vielen Fehler, welche sich schon im Titel der DVD finden lassen. Louis Armstrong und seine damaligen All Stars, darunter Trummy Young (Posaune & Gesang), Joe Darensbourg (Klarinette), Billy Kyle (Piano), Arvell Shaw (Kontrabass), Danny Barcelona (Schlagzeug) und Sängerin Jewel Brown, starteten am 06. März 1963! zu einer Tournee, welche sie nach Australien, Neuseeland, Hong Kong, Korea und Japan führen sollte. Ende März 1963 entstanden die vorliegenden Aufnahmen in Sidney. Armstrong besuchte Australien nochmals, und zwar Ende 1964. Da zu dem Zeitpunkt allerdings Trummy Young und Joe Darensbourg nicht mehr bei den All Stars waren (sie waren durch "Big Chief" Moore und Eddie Shu ersetzt worden), ist ein weiterer Beweis, dass die Jahresangabe der DVD falsch ist. Weiterhin ist die Rede von Armstrongs Karriere, welche sich Anfang der sechziger Jahre auf dem Abwärtskurs befunden haben sollte. Das klingt sehr dramatisch. Das Armstrong eine kommerzielle Vitalitätspritze zu der Zeit brauchte und sein Manager Joe Glaser einem neuen Hit hinterherjagte, ist jedoch Fakt. Dieser Hit sollte nicht lange auf sich warten lassen. Am 03.12.1963 nahmen Armstrong und seine All Stars (in der oben aufgeführten Besetzung) "Hello Dolly" auf. Der Song tauchte acht Wochen später in den Billboard Charts auf und blieb dort für 22 Wochen. Im Mai 1964 schubste Armstrongs "Hello Dolly" die Beatles ("Do You Want To Know A Secret") vom No. 1 Platz. Es war ein Triumph für Louis Armstrong, für seine Generation und den Jazz. In den liner notes der DVD ist die Rede davon, dass Armstrong zur Zeit dieser Tournee "Hello Dolly" schon aufgenomen hatte. Das wurde in den vorhergehenden Zeilen wiederlegt. Dann wäre da die Sache mit Arvell Shaw. Nicht dass ich ihm nicht jede Sekunde gönne, die er mit Armstrong auf der Bühne stand. Nur war er nicht 25 Jahre lang Mitglied der All Stars. Warum Arvell dies sogar selbst behauptet hat wird ein Rätsel bleiben. Er kam 1946 in Armstrongs Big Band, welche ein Jahr später der Vergangenheit angehören sollte. Arvell wurde als einziger Musiker der Big Band in die All Stars geholt, dei denen er zunächst bis Ende 1951 blieb. Nach ein paar Monaten kehrte er wieder zurück und tourte mit den All Stars bis Mitte 1956, mit einer kurzen Unterbechung Ende 1953 - Anfang 1954. Im Frühjahr 1963 kam er wieder bis April 1965 und kehrte 1970/1971 für Armstrongs letze Auftritte wieder. Das Trummy Young sich 1964 zur Ruhe gesetzt haben soll ist absoluter Blödsinn. Trummy verliess Anfang Januar 1964 schweren Herzens nach fast zwölf Jahren Mitgliedschaft Louis Armstrong und die All Stars, da seine Frau ihm ein Ultimatum gestellt hatte: "Armstrong oder ich". Trummy spielte dann in seiner Heimatstadt Honolulu in großen Hotels wie dem Sheraton Waikiki und kehrte bis zu seinem Tod im Jahr 1984 immer wieder zu Auftritten und Tourneen auf das Festland und Europa zurück. Ich möchte nicht wie ein kleinlicher Fachidiot rüber kommen, doch sind Armstrong und alle Musiker die im Laufe der Jahre (1947-1971) bei den All Stars mitgewirkt haben zu wichtig und haben zu hart gearbeitet, als dass ihre Geschichte falsch erzählt werden dürfte.

 

Louis Armstrong - The Portrait Collection
Louis Armstrong - The Portrait Collection is just that - a collection of some of Armstrong's best-known live performances including his amazing Dnish film appearance in 1933. TV performances on Frank Sinatra's 1952 TV Show and with Jackie Gleason on the Timex All Star Show in 1959. Also seen is over forty minutes of Armstrong talking at length about his remarkable life and career: an interactive Timeline, like no other, with hundreds of photo, clip and audio link: nine Photo Galleries - mini-movies - each with music soundtrack round out this wonderful portrait of the twentieth century Prometheus.

 

Louis Armstrong - Satchmo - Masters of American Music (Limited Edition - newly digitally remastered)

Louis Armstrong wurde um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert geboren und war ein lebendes Symbol der amerikanischen Kultur. Armstrong revolutionierte die Musikwelt und wurde einer der bedeutendsten Entertainer. Auch die acht Jahrzehnte, die seit seinen ersten Aufnahmen vergangen sind, konnten der Magie seiner Aura nichts anhaben. Auf dieser DVD ist Armstrong, ob in Hollywoodfilmen, bei internationalen TV-Auftritten oder in seltenen Privataufnahmen in seinen wunderbarsten Performances seiner langen Karriere zu erleben. Gary Giddins und Kendrick Simmons lassen den legendären Louis Armstrong in einem ganz neuen Licht erscheinen.

 

Buch Tipp des Monats

Louis Armstrong - Mein Leben in New Orleans. Autobiographie

Einer der bekanntesten Jazztrompeter der Geschichte schreibt hier über sein eigenes Leben: Louis Armstrong. Rührend schlicht und oft sprachlich unbeholfen schildert er die armen Verhältnisse, in denen er aufgewachsen ist. Wie er sich hochgearbeitet hat. Wie er liebte, lernte - einfach lebte. Und vor allem, wie, wann und warum er zur Musik gekommen ist. Satchmo wuchs ärmlich auf und avancierte zum Weltstar. Doch dieser kleine Junge, der ständig Hunger hat, steckte bis zum Ende in dem weltklasse Musiker drin. Das zeigt sich zum Beispiel an dem naiven Schreibstil. Doch gerade das wirkt authentisch. Gerade dadurch kann man die Gerüche der Seitenstraßen New Orleans erschnuppern und sanfte Jazzklänge erahnen. Wahrhaftiger geht es nicht.

Terry Teachout – Pops - A life of Louis Armstrong
Louis Armstrong was the greatest jazz musician of the twentieth century and a giant of modern American culture. He knocked the Beatles off the top of the charts, wrote the finest of all jazz autobiographies--without a collaborator--and created collages that have been compared to the art of Romare Bearden. The ranks of his admirers included Johnny Cash, Jackson Pollock and Orson Welles. Offstage he was witty, introspective and unexpectedly complex, a beloved colleague with an explosive temper whose larger-than-life personality was tougher and more sharp-edged than his worshipping fans ever knew. Wall Street Journal arts columnist Terry Teachout has drawn on a cache of important new sources unavailable to previous Armstrong biographers, including hundreds of private recordings of backstage and after-hours conversations that Armstrong made throughout the second half of his life, to craft a sweeping new narrative biography of this towering figure that shares full, accurate versions of such storied events as Armstrong's decision to break up his big band and his quarrel with President Eisenhower for the first time. Certain to be the definitive word on Armstrong for our generation, Pops paints a gripping portrait of the man, his world and his music that will stand alongside Gary Giddins' Bing Crosby: A Pocketful of Dreams and Peter Guralnick's Last Train to Memphis: The Rise of Elvis Presley as a classic biography of a major American musician.

 
  Youtube links des Monats:
Louis Armstrong - What a Wonderful World
Louis Armstrong and Ella Fitzgerald – Dream a little Dream
Louis Armstrong – Hello Dolly

Wikepedia links des Monats:
Louis Armstrong



September/Oktober 2009

Sepp´s Jazzmusiker des Monats:

Frank Sinatra / Count Basie

Meine Sinatra-Basie Story:
Count Basie aber auch Frank Sinatra bin ich über viele Jahre bei allen möglichen Auftritten in Las Vegas, New York und München begegnet. Basie war immer gut gelaunt und seine Musiker liebten ihn, außer wenn er beim Kartenspiel in den Konzertpausen zu oft gewann. Am 4. Juli 1965 spielte Basie´s Band mit Superstar Frank Sinatra beim Finale des Newport-Festivals. Es gab nur ein Problem: Fotografen und Kameraleute des Fernsehens durften keine Aufnahmen machen, da Sinatra seine eigene Crew dabei hatte. Polizei und Sicherheitsdienst kontrollierten jeden Pressevertreter. Ich wollte Sinatra aber unbedingt fotografieren. Im Hotel erzählte ich Count Basie von dem Verbot. Er lachte nur „Du kommst mit mir und dem Orchester auf die Bühne und bleibst neben mir stehen. Mach gute Bilder und bring mir welche mit“ Zu Show flog Sinatra mit dem Hubschrauber ein, der im Scheinwerferlicht direkt vor der Bühne landete. Er sprang heraus und sang eine Stunden lang. Alle waren begeistert. Vor allem aber hatte ich ihn jetzt direkt vor meiner Kamera. EXKLUSIV.

Francis Albert Sinatra (* 12. Dezember 1915 in Hoboken, New Jersey; † 14. Mai 1998 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Entertainer, der aufgrund seiner charakteristischen Stimme den Beinamen The Voice erhielt. Er gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Populärmusik des 20. Jahrhunderts.Sinatra war ein überaus produktiver Künstler, der in den 54 Jahren zwischen 1939 und 1993 insgesamt knapp 1.300 Lieder im Studio einspielte und in seiner Bühnenkarriere zwischen 1933 und 1995 mit auch live dargebotenen Interpretationen rund 1.900 verschiedener Songs sein musikalisches Vermächtnis aufbaute. Dabei war er vielfach ein Mann der Superlative:

• Von 1940 bis 2007 verging kein Jahr, ohne dass wenigstens ein Sinatra-Titel in den Billboard-Charts (Singles bzw. Alben) aufgetaucht wäre. Sein Capitol-Album Come Dance With Me hielt sich ab 31. Januar 1959 ganze 140 Wochen in den Billboard-LP-Charts, neun weitere Alben blieben dort länger als ein Jahr.
• Zwischen Januar 1961 und August 1963 veröffentlichte Sinatra insgesamt 14 verschiedene komplett neu eingespielte Alben, von denen 12 in die Top-30 der Billboard-Charts kamen.
• Sinatra selbst gewann seit der Einführung des Preises 1958 bis 1995 achtzehnmal den Grammy und erhielt weitere 25 Nominierungen (posthum kamen weitere Preise und Nominierungen hinzu). Für seine musikalischen Fernsehshows gewann er viermal den Emmy.
• Mit einem der legendärsten Konzerte der Musikgeschichte, dem „Main Event“ aus dem Madison Square Garden in New York City im Jahre 1974, das live über Satellit in den gesamten pazifischen, südamerikanischen und europäischen Raum übertragen wurde, überflügelte Sinatra den bisherigen TV-Reichweiten-Rekord von Elvis Presley (aus dessen Special Aloha From Hawaii 1973) und sogar denjenigen der Mondlandung; Sinatra und Presley erreichten beide jeweils eine Milliarde Zuschauer.
• Mit seinem Konzert im Fußballstadion Maracana in Rio de Janeiro im Januar 1980 vor 175.000 Zuschauern war Sinatra bis 1988, als Tina Turner an gleicher Stelle mehr Zuhörer anlockte, im Guinness-Buch der Rekorde vertreten.
• Sinatra ist auf allen Kontinenten der Erde und in mehr als drei Dutzend Ländern aufgetreten; in über 90 verschiedenen Ländern wurden seine Platten zu Lebzeiten in eigenen Pressungen verkauft.
• Die Schätzungen über die Gesamtzahl der verkauften Platten schwanken sehr stark, es ist jedoch anzunehmen, dass er neben den Beatles und Elvis Presley der Künstler mit den meisten verkauften Tonträgern ist. Vorsichtige Schätzungen lassen auf etwa 700-800 Millionen verkaufter Platten schließen.
• Auch 8 Jahre nach seinem Tod brach Frank Sinatra noch Rekorde - bereits vor der offiziellen Eröffnung im März 2006 verkaufte das Palladium-Theatre in London (wo Sinatra 1950 sein Konzertdebüt in England gegeben hatte) für mehr als 1,5 Millionen Pfund Tickets für eine mehrmonatige Multimedia-Sinatra-Konzertshow. Den vorherigen Rekord hatte Sinatra im November 1975 mit einer Konzertreihe zusammen mit Sarah Vaughan und Count Basie selbst aufgestellt, als es für insgesamt 15.000 Tickets für 10 Shows in 8 Tagen knapp 400.000 Anfragen gab.


William „Count“ Basie (* 21. August 1904 in Red Bank, New Jersey; † 26. April 1984 in Hollywood) war ein afroamerikanischer Jazz-Pianist, Organist und berühmter Bandleader des Swing. Der Spitzname „Count“, zu deutsch „Graf“ wurde ihm aus werbestrategischen Gründen von einem Radiomoderator gegeben[4]: In den frühen Jahren des Jazz waren solche „aristokratischen“ Übernamen sehr beliebt (Joe „King“ Oliver, Edward „Duke“ Ellington oder Bessie Smith, die „Kaiserin des Blues“). Basie lehnte den „Adelstitel“ ab und zog es vor, von Freunden und den Musikern seiner Band als „Bill“ oder „Base“ angeredet zu werden.Basie gewann mehrere Grammy Awards und tourte, für Big Bands damals durchaus ungewöhnlich, international. In den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts zwang ihn seine Herzkrankheit öfter in den Rollstuhl. 1980 startete der Bandleader seine letzte Europa-Tournee. Basie entdeckte nicht nur einige der besten Bluessänger wie Billie Holiday, Jimmy Rushing, Joe Turner und Joe Williams, sondern begleitete auch zahlreiche Sänger wie z. B. Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Ray Charles, Tony Bennett und Sängerinnen wie Helen Humes, Ella Fitzgerald, Sarah Vaughan. Als Arrangeure arbeiteten für ihn Benny Carter, Ernie Wilkins, Quincy Jones, Thad Jones, Neal Hefti, Bill Holman, Sammy Nestico und Frank Foster.Nach seinem Tod am 26. April 1984 übernahmen Thad Jones, Frank Foster und später Grover Mitchell die Leitung der Big Band; das Count Basie Orchestra existiert bis heute und wird von Bill Hughes geleitet.

 

CD Tipp des Monats:

Frank Sinatra with Count Basie - Sinatra/Basie


Frank Sinatra und Count Basie - für mich das beste Sinatra-Album überhaupt. Big Band Swing vom feinsten und allerbesten, plus ein Sinatra in absoluter Top-Form. Beide, Sinatra und das Basie-Ochester, geben hier wieder einmal mehr einen Beweis ihrer ganz großen Klasse. Herrlich, wie Sinatra dieses spezielle Basie-Swingfeeling aufnimmt, sich davon tragen und inspirieren lässt und den Drive gekonnt für seine Interpretationen nutzt. Das schöne daran, die Basie Big Band ist hier ganz Basie Big Band, mit diesem unverwechselbaren eigenem Charakter und Sound. Ist also nicht nur reines Begleitorchester für Sinatra oder schmückendes Beiwerk mit klangvollem Image, sondern gleichberechtigter Partner. Nicht immer ist die Kombination von großen Namen in der Musik ein Garant für Highlights. Aber hier ist er, der berühmte Funken, der überspringt, das undefinierbare Knistern, das heute leider so selten geworden ist. Es haben sich ein Sänger und ein Orchester gefunden, die unheimlich gut miteinander swingen können, mal relaxed, mal im Up-Tempo. Vielleicht nicht von ungefähr, denn beide haben ihre musikalischen Wurzeln in der Big-Band Tradition der 30-er Jahre. Bei jedem Stück ist zu spüren, wie viel Spaß allen Mitwirkenden diese Session macht. Dabei darf Neal Hefti nicht vergessen werden, der die großartigen und wunderschönen Arrangements für dieses Meeting geschrieben hat. Hefti hat schon vor diesem Projekt viel mit Basie gearbeitet und einige unsterbliche Big-Band Hits (Cute, Lil' Darlin, u. a.) für die Band komponiert. Ein Mann also, der genau weiß, wie man das Basie-Orchester am besten zum klingen bringt. Meine Top-Nummern: "I won't dance" und "Learnin' the Blues". Diese CD ist einfach ganz große Klasse!

 

Frank Sinatra with Count Basie - It Might As Well Be Swing

Dies war meines Wissens die zweite Studio-CD, die Frank Sinatra mit dem swingendsten Orchester der Welt und dessen Bandleader Count Basie machte. Neben diesen Studio-CDs gibt es noch die äusserst gelungene "Live At The Sands"). Die für die Basie-Band typische Rhythm-Section mit Freddie Green gibt hier einen Drive, wie er swingender nicht sein kann und in dem sich Sinatra hörbar wohlfühlte. Wen wunderts bei der Zusammensetzung Basie/ Sinatra, dass daraus ein höchst dynamisches Album hervorgegangen ist. Arrangeur war Quincy Jones, der vorher schon mit Neil Hefti für Basie gearbeitet hat. In den 80ern arrangierte Quincy Jones auch für die Sinatra Aufnahme "L.A. Is My Lady". Highlights der vorliegenden CD sind (für mich): The Best Is Yet To Come, Hello Dolly und More. I Can't Stop Loving You reicht an Ray Charles' Version leider nicht heran. Trotzdem eine schöne Version! Fazit: Auch wenn die CD nur knapp 28 Minuten Länge aufweist, lohnt sich die Investition in die "Gute Laune"- Kombination Basie und Sinatra auf jeden Fall!

 

Frank Sinatra with Count Basie – Sinatra at the Sands

Von Frank Sinatra gibt es Unmengen an Tonträgern - die hier ist wohl sein bestes Stück. Frank mit Count Basie in seinem Wohnzimmer, dem Sands, dazu Quincy Jones meisterhafte Arrangements. Phasenweise ist diese CD derart überragend, daß selbst allerkleinste Schwächen (bei It Was A Very Good Year merkt man ihm Konzentrationsschwächen an - kein Wunder, war er doch schon wochenlang in Vegas) geradezu schrill ins Gewicht fallen und damit gleichzeitig zeigen, wie großartig die Aufnahmen sind. Vor allem One For My Baby, Fly Me To The Moon, Come Fly With Me und Get Me To The Church In Town kann es gar nie besser gegeben haben. Die remasterte Version hat überdies die Vegas-Hymne Luck Be A Lady mit drauf.
Eines der besten Live-Alben der Musikgeschichte, wenn nicht das allerbeste; nicht nur für Sinatra-Fans ein MUSS

 

DVD Tipp des Monats

Frank Sinatra - The Man And His Music With The Count Basie Orchestra

Eine regelrechte "Happy Hour" beschert diese TV-Aufnahme von 1981 allen Fans von Frank Sinatra. Mir persönlich gefällt Sinatra ein paar Jahre später (siehe die DVD "Sinatra in Japan") stimmlich und auch konstitutiv wesentlich besser als hier. Dabei mögen persönliche und auch musikalische Turbulenzen (Streit mit Nelson Riddle - später gab es eine Aussöhnung) eine Rolle gespielt haben. Vielleicht auch die Tatsache, dass Sinatra später in Barbara Marx endlich die Frau seines Lebens und so auch seine neue Ausgeglichenkeit finden sollte. Wie dem auch sei - auch auf dieser DVD befinden sich echte Highlights. Dazu zähle ich die Stücke mit Count Basie, z.B. "Pennies from heaven", aber auch "Long lostlove" (in einem Billy May Arrangement, was verdächtig nahe an das schöne Riddle Arrangement von "A swingin' affair" angelehnt ist!)und "Nice and easy" sind extrem gelungen. Die Spitze der CD bilden jedoch zweifelsfrei die Ballade "I loved her" von Gordon Jenkins und eine unglaublich swingende Fassung von "I got a kick out of you" - so unglaublich, dass es einem die Schuhe auszieht! Ich kenne etliche Fassungen des Stückes, und war überrascht, noch einmal so überrascht zu werden! Sinatra dreht dabei voll auf, strahlt, singt und siegt. Kritisch anmerken möchte ich noch (das bezieht sich allerdings auf alle DVDs dieser Reihe), dass die Produzenten die Chance versäumten, neben den Ansagetexten auch die Liedtextzeilen mit deutschen Untertiteln zu versehen. Schade eigentlich! Doch zurück zur Aufnahme selbst: Neu-einsteigenden Sinatra-Fans sei als Erstbegegnung lieber "Sinatra in Japan", das "Konzert in der Royal Albert Hall", "The main event" oder aus den 60ern "A man and his music Part I & II" empfohlen. Dabei kann man nichts falsch machen. Im Musikschrank des Sinatra-Sammlers sollte "With The Count Basie Orchestra" allerdings auf keinen Fall fehlen! Viel Spass!

 

Count Basie - Live in Sweden 1962

Diese kürzlich erschienene DVD der Basie Band zeigt die Aufnahme eines Konzerts aus dem Jahre 1962, das der Count in Schweden gab. Bild und Tonqualität sind hervorragend. Die Band spielt mit einer Abgeklärtheit und Souveränität die ihresgleichen sucht, und die Präzision könnte bei einer Atomuhr auch nicht genauer sein. Als Solisten sind neben Basie u.a. Eric Dixon, Frank Foster, Thad Jones und Sonny Payne, der so gut wie kein anderer Schlagzeuger zur Band paßte, zu hören. Auf dieser DVD hört und sieht man die beste Basie Band die es je gab. Benny Goodman trug zwar den Titel "King of Swing", in Wirklichkeit aber war es der Count.

 

Frank Sinatra - Sinatra in Concert at Royal Festival Hall
Endlich auf rundem Silber, diese fantastische Musik mit diesem einzigartigen Entertainer. Sinatra in seiner besten Zeit, mit einer super Band. Diese wird geleitet von Bill Miller, dem legendären Pianisten von Sinatras Hit "One for my Baby". Es gibt nur eines, was Sinatra live toppen kann. Ihn dabei zu sehen....Mit einer Laudatio von Fürstin Gracia Patrizia von Monaco und Tony Bennett im Publikum. Entertainment at it's best !!!!

 

Buch Tipp des Monats

Richard Havers - Frank Sinatra - Sein Leben, eine Musik, seine Filme

Sie suchen ein Sinatra-Buch als Geschenk, für sich selbst oder für einen guten Freund? Dann ist das hier derzeit der absolute Geheimtipp, denn jetzt (Herbst 2005) ist es neu, weshalb es auch die hemmungslosesten Sinatra-Sammler noch nicht unbedingt haben. Es ist eine wunderschöne Ergänzung, eignet sich aber auch vorzüglich als Einstiegswerk. Es ist sehr modern aufgebaut, blickt auch über den Tellerrand und ist vor allen Dingen durchaus exakt recherchiert – was ja gerade im Zusammenhang mit Frank Sinatra nicht unbedingt der Fall ist. Nachdem Nancy Sinatras „Frank Sinatra Mein Vater“ zur Zeit ja vergriffen ist, ist das Werk von Richard Havers zur Zeit einfach das beste Sinatra-Buch am Markt. So wie auch bei „Mein Vater“ ist übrigens die deutschsprachige Version besonders zu empfehlen. Trotz des kurzweiligen, informativen Aufbaus (chronologisch) mit vielen kleinen Sonderinfos und sehr guten Texten, die dem Werk immerhin die Empfehlung der „Deutschen Sinatra Society e.V.“ eingebracht hat, sind das allerbeste an diesem Buch denn doch die Fotos, die die Lektüre des Sinatra-Buches von Richard Havers zu einem beinahe fast so großem Genuss macht, wie es die Musik des erfolgreichsten Entertainers aller Zeiten immer schon war.

 

Stanley Dance - The World Of Count Basie
The late Count Basie is one of the jazz immortals. The master of swing, whose beat was the subtlest and supplest of all the bandleaders, Basie featured some of the great soloists in jazz history while he sat unobtrusively at the piano, keeping time with his unmatched rhythm section, showing off the surging power of his brass players, and commenting wittily with a single chord or phrase. A man and musician of reserve and modesty, Basie nonetheless will always be a landmark for his won achievements and for the jazz musicians who passed through his band. In this sociable and pioneering oral history of Basie and his band, Stanley Dance talks with the Count himself, Jimmy Rushing, Buddy Tate, Buck Clayton, Joe Williams, Jay McShann, Jo Jones, Dicky Wells, Lester Young, and a dozen others, who reminisce about each other, Kansas City jazz, and their legendary peers Billie Holiday and Charlie Parker. With a rich flow of anecdote, opinion, and biographical information—and with striking photographs—this history both documents and assesses the legacy of Basie for American music.

 
  Youtube links des Monats:
Frank Sinatra live - fly me to the moon
Count Basie - One O'Clock Jump

Wikepedia links des Monats:
Count Basie
Franks Sinatra



August 2009

Sepp´s Jazzmusiker des Monats:

Ella Fitzgerald

Meine Ella Fitzgerald Story:
Bei Ella Fitzgerald, der großen Jazzsängerin angefangen in den 30er bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts geraten ältere wie jüngere Fans in Verzückung. Was Ihre Musikalität betraf steht Ella außerhalb jeder Kategorie. Ihr langjähriger Impressario Norman Granz half Ihr durch seine Präsenz zu großartigen Erfolg. Ich bin Ihr bei unzähligen Auftritten weltweit begegnet und es gelangen mir viele gute Fotos. Nach einem Konzert in München brachte Freddie Brocksieper Ella mit Begleitung in seinen Jazzclub „Reitschule“. Ein von gefüllten Teller Spaghetti wartete schon auf sie. Anschließend ging sie zur Bühne und sang mit unglaublichem Einsatz ihre schönsten Lieder. Eines Tages wurde ich von Hans Ruhland gebeten ihn zu einen Interview mit Ella zu begleiten. Ich brachte ihr eine Rose mit ins Hotel. Sie war an diesem Nachmittag gut aufgelegt und ich konnte einige sehr intime Bilder machen. Am Abend, kurz vor Ende ihres Konzerts stand ich am Rande der Bühne – sie erkannte mich und winkte mir zu. Einige Jahre später traf ich sie in ihrer Garderobe und brachte ihr verschiedene Fotos die ich in all den Jahren anfertigen konnte. Auf ein Portrait setzte sie quer über ihr Gesicht ihren Namen. Und sie meinte: Damit du dich an mich erinnerst. Es war aber unsere letzte Begegnung. Später erführ ich von Freunden von Ihrem Rückzug. Sie hatte große Probleme mit ihren Augen und Beinen. Eine Folge einer Rückenerkrankung. Sie konnte nicht mehr auftreten und starb 1996.

Ella Fitzgerald (* 25. April 1917[1] in Newport News, Virginia; † 15. Juni 1996 in Beverly Hills, Kalifornien) war eine amerikanische Jazz-Sängerin.
Ella Fitzgerald wuchs in Yonkers in der Nähe von New York auf und war seit ihrem vierzehnten Lebensjahr als Vollwaise auf sich allein gestellt. Ihr Debüt als Sängerin gab sie mit sechzehn im legendären Apollo Theater in Harlem; das Apollo Theater veranstaltete regelmäßige Amateurwettbewerbe, von denen sie einen gewann. Ursprünglich wollte sie bei diesem Talentwettbewerb als Tänzerin antreten; als der Moment des Auftritts gekommen war, zitterten ihr jedoch vor Aufregung so die Beine, dass sie stattdessen ein Lied sang.Fitzgerald wurde daraufhin 1935 von Chick Webb in seine Big Band engagiert. 1936 nahmen sie mit „Love and Kisses“ eine erste Platte auf; 1938 hatten sie einen Nummer-Eins-Hit: Das fröhliche A Tisket A Tasket - eigentlich ein Kinderlied - machte sie mit Chick Webb zum Star.Als Chick Webb 1939 starb, übernahm sie zunächst die Band, die nun unter dem Namen Ella Fitzgerald and Her Famous Orchestra auftrat. Da Ella Fitzgerald aber keine Noten lesen konnte, taugte sie nicht als Bandleaderin. So begann sie 1941 ihre Solokarriere und entwickelte sich zu einer der größten Jazzsängerinnen. 1946 tourte sie mit Dizzy Gillespie und trat bei Jazz at the Philharmonic auf. Nach einem Auftritt im Film „Pete Kelly’s Blues“ 1955 ging sie zu Verve Records. Ihr Repertoire reichte von Swing über Bebop, Blues, Bossa Nova, Samba, Gospel und Hip-Hop bis zu verjazzten Weihnachtsliedern. Oft wurde sie die First Lady of Song genannt. Ihr Markenzeichen war eine Gesangsart, die sie mitentwickelte und zu Weltruhm verhalf: der Scatgesang. Charakteristisch ist der jugendliche Charme ihrer Stimme und ihre bis heute unübertroffene Leichtigkeit der Phrasierung, welche es ihr erlaubte, mit einem beachtlichen Stimmumfang von drei Oktaven wie ein Jazz-Instrumentalist zu improvisieren.Sie arbeitete bis an ihr Lebensende mit berühmten Jazzensembles und Musikern wie Duke Ellington, Count Basie, Joe Pass oder Oscar Peterson zusammen. Zu ihren herausragenden Schallplatteneinspielungen zählen ihre Songbooks der wichtigsten amerikanischen Komponisten, denen sie damit Denkmäler setzte und allen nachfolgenden Sängerinnen Lehrbücher für die perfekte Interpretation der jeweiligen Songs gab. Vor allem Nelson Riddle schuf auf sie zugeschnittene Arrangements zu den Kompositionen von Harold Arlen, George Gershwin, Irving Berlin, Cole Porter, Richard Rodgers oder Jerome Kern.Eine weitere gelungene Einspielung gibt es von Gershwins Oper Porgy and Bess, die sie gemeinsam mit Louis Armstrong aufnahm. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Live-Einspielungen der Konzerte von Ella Fitzgerald, die zeigen, dass es keinen Unterschied zwischen einem Studio- oder Livegig bei ihr gab. Die einzigen qualitativen Unterschiede bestehen bei der Aufnahmetechnik. Sie gewann insgesamt 13 Grammys; 1987 wurde sie mit der National Medal of Arts ausgezeichnet.Ella Fitzgerald war zweimal verheiratet. Ihr zweiter Ehemann war von 1948 bis 1952 der Bassist Ray Brown, mit dem sie ein Kind adoptierte: Ray Brown jr. Sie litt lange Jahre an Diabetes, der gegen Ende ihres Lebens zur Erblindung führte. Eine weitere Folge der Krankheit war die Amputation beider Unterschenkel im Jahre 1993. Drei Jahre später verstarb sie als eine der wichtigsten Jazzsängerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie liegt auf dem Inglewood Park Cemetery in Inglewood bei Los Angeles begraben.

Webadresse: www.ellafitzgerald.com

 

CD Tipp des Monats:

Ella Fitzgerald & Louis Armstrong - Ella & Louis


Das ist auch eine Scheibe, die in keiner Sammlung fehlen sollte!
ella fitzgerald und louis armstrong groonen sich hier durch klassiker des great american songbook, der alte louis bläst dazwischen auch mal in seine trompete, dass dem hörer die luft wegbleibt. armstrong ist übrigens als trompeter total unterschätzt, sein ton hat absoluten wiedererkennungswert, ja ist unverkennbar. ich denke auch ein imitator hätte es schwer, diese besondere "stimme" perfekt zu imitieren. auch ein miles davies hat mal gesagt, dass er noch nie einen ton gespielt habe, den nicht schon der alte louis mal geblasen hat... Meine lieblingsnummer auf dieser scheibe ist cheek to cheek, sie ist alleine den kauf wert, obwohl alle anderen kaum nachlassen. es ist faszinierend, wie die Begleitcombo sich anpasst, wie die spielweise bei der begleitung von louis und bei der von ella variiert. egal, welchen musikgeschmack man hat, egal welche musikrichtung man bevorzugt, einem reifen hörer muss bei dieser scheibe das herz aufgehen, der fuss wippt mit, alles ist gut, das ding ist einfach fein, sowas gibt es heute nicht mehr! Zum sound: das masterband wurde mit röhrentechnik perfekt aufgenommen, daher ist ein leichtes grundrauschen vernehmbar. auch ist die aufnahme dynamisch ein wenig eingschränkt, davon abgesehen aber als absolut audiophil zu bezeichnen!

 

Ella Fitzgerald - Ella in Rome: Birthday Concert

Selbst Pop-Sänger würdigten den 70.Geburtstag Ella Fitzgeralds mit diver- sen Liedchen. Doch die musikalisch wertvollste Würdigung kommt von der First Lady des Jazz selbst: Ihr Konzert in Rom anläßlich ihres 40. Wiegen- fests 1958 gibt's jetzt auf CD mit - fürs Alter der Aufnahmen - erstaun- lich guten Klangqualitäten. Eine jugendliche Ella treibt mitreißend swin- gend das begeisterte Publikum mit irrwitzigen Scat-Phrasen und musikali- schem Witz zu tosenden Ovationen. Brilliert sie in den schnellen Titeln mit perfekter Technik, so offenbart sie bei langsamen Tempi tief empfun- denes Gefühl. Und weil auch Ella einen Geburtstag nicht gerne alleine fei- ert, hat sie außer ihren Fans noch weiterte erstklassige Musiker zur Party geladen: Pianist Oscar Peterson, Gitarrist Herb Ellis, Bassist Ray Brown und Drummer Gus Johnson stehen mit ihr in Rom auf der Bühne, während sie ihre - abwesenden - Gesangskollegen Louis Armstrong, Elvis Presley und Frank Sinatra perfekt imitiert und so deren Glückwünsche überbringen läßt. Und ein Song sagt mehr als viele Worte: "When You're Smiling, The Whole World Smiles With You." Nur braucht Ella nicht mal zu lächeln. Es genügt vollkommen, wenn sie singt.

 

Ella Fitzgerald - Porgy and Bess

Diese Version von Porgy&Bess halte ich für die Beste, was es zu diesem Thema gibt. Die Aufnahme ist dabei möglichst nah am Original gehalten, was dem Werk von Gershwin zu Gute kommt. Zweifelsfrei ist es eine seiner genialsten Kompositionen, die auch seinen Bekanntheitsgrad stark erhöht hat und die dafür sorgen wird, dass man ihm einen Platz in der Musikgeschichte nicht verwehren kann. Das bekannteste Stück davon ist selbstverständlich Summertime, von dem es mittlerweile unzählige 'Cover'-Versionen, nicht nur im Jazz, gibt. Doch es ist definitiv nicht das einzige brilliante Stück - ich halte etwa ein halbes Dutzend für genauso gut, wenn auch nicht unbedingt vergleichbar. Die Aufnahme fängt mit einer Overtüre an, die von dem sehr guten Orchester gespielt wird. Doch sobald das zweite Stück, Summertime, anfängt und Ella Fitzgeralds Stimme das Thema singt, klingt das Vorspiel im Vergleich dazu öde und lasch. Wenn dann Loius Armstrong die zweite Strophe singt, ist man davon überzeugt, hier die Idealbesetzung für diese Oper zu hören. Die beiden Jazzgrößen erfüllen ihren Ruf mit Leichtigkeit und bringen einen Ausdruck in die Musik, wie es Worte und Komposition allein nicht vermögen. Dabei überrascht vor allem die subtile Vielfalt, mit der Ella die unterschiedlichen Charaktere der Frauenrollen, die sie logischerweise alle singt, darstellen kann. Ein Faktor, der sicherlich in dieser Form nicht nah am Original ist, ist Armstrongs Trompetenspiel, das das Ganze sehr gut an den richtigen Stellen zu würzen weiß. Es ist allerdings nicht allzu weit hergeholt oder gar unpassend, da eine gute Big Band den richtigen Kontext liefert. Klanglich ist diese CD eine absolute Überraschung - wenn man das Aufnahmedatum liest, 1958, möchte man seinen Augen nicht trauen. Es muss mit dem größtmöglichen Aufwand gemacht worden sein, der damals drin war, denn die Musik fällt auch unter heutigen Standards nicht negativ auf. Und der Aufwand war es wert, denn ich denke nicht, dass heute eine vergleichbar gut besetzte Porgy&Bess Version möglich wäre

 

DVD Tipp des Monats

Ella Fitzgerald - Live in '57 and '63

Was JazzIcons 2006 an Jazz-DVD's auf den Markt gebracht hat zählt sicher zu den Highlights des Jahres: Auf dieser DVD ist Ella Fitzgerald zunächst 1957 in Brüssel mit einer großartigen Begleitband zu genießen: Ray Brown am Bass, "Papa" Jo Jones on Drums, Herb Ellis an der Gitarre, Don Abney am Klavier und am Ende des Sets steigen dann auch noch Oscar Peterson und Roy Eldrigde ein! Eine spürbare Stimmung geht von dem vor und hinter der Bühne dicht versammelten Publikum aus. Der zweite Teil ist ein Auftritt in einem Fernsehstudio 1963 in Stockholm mit Publikum, das nicht zu sehen, aber gut zu hören ist. Hier begleiten der großartige Tommy Flanagan am Klavier, Les Spann an der Gitarre, Jim Hughart am Bass und Gus Johnson am Schlagzeug. Beide Auftritte führen mit hervorragender Sound- und Bildqualität durch bekannte Ella Songs. Auch Ella's Scat-Gesang kommt nicht zu kurz. Keine Frage: Ein wertvoller Markstein aus einer der besten Phasen der Jazz Geschichte! Der Erwerb kann guten Gewissens empfohlen werden.

 

Ella Fitzgerald & Count Basie - Norman Granz' Jazz in Montreux

Der Titel dieser DVD verspricht ein Gipfeltreffen zweier unzweifelhaft großer Jazz-Musiker, nämlich des Pianisten Count Basie mit der Ausnahme-Vokalistin Ella Fitzgerald. Count Basie war schon gebrechlich (75!), überließ deshalb das Klavier gerne jüngeren Talenten. So nahm am Flügel Paul Smith, der Pianist des aktuellen Fitzgerald-Trios, Platz. Auch Bass und Schlagzeug (brillant: Mikey Roker) lagen in den Händen von Ellas Begleitmusikern, mehrere Lieder wurden in dieser Besetzung (Sängerin plus Trio) vorgetragen. Die Grand Dame des Jazz wird bei einigen Titeln vom damaligen Basie Orchestra begleitet, dessen in Ehren ergrauter Gitarrist Freddie Green (er feierte mit Basie kurz vor dessen Tod ihr gemeinsames 50-jähriges Bühnenjubiläum) mit seinem energischen Rhythmusspiel praktisch den typischen Sound dieser exzellenten Big Band über die Jahrzehnte prägte. Der Count selbst gesellt sich dann beim Finale endlich doch zum Geschehen und zeigt, dass er trotz seines Alters sowohl als Pianist als auch als Bandleader immer noch zu überzeugen versteht. Das Wesentliche dieses Konzert-Mitschnitts ist und bleibt freilich die Performance von Ella Fitzgerald. Wie sie die wunderschönen altbekannten Songs vorträgt, mit ihrer Stimme Instrumental-Solos imitiert, den Stil ihrer großen Kollegin Billie Holiday in deren Hits durch charmante Nachahmung würdigt, bei ihren Scat-Improvisationen nicht nur meisterhaft Melodien erfindet, sondern auch augenzwinkernd zahllose musikalische Zitate aus klassischen Aufnahmen der Jazz-Geschichte einstreut - einmalig!! Mrs. Fitzgerald hatte mit ihren damals 60 Jahren immer noch mehr Talent, Stimme, Technik, stilistische Bandbreite, Ausdruckskraft, Witz, Niveau und Temperament als manche jüngere Kollegin, einst wie jetzt. Ein großartiges Konzert einer begeisternden Sängerin mit hervorragender Begleitung und sehr gut in Bild und Ton auf DVD umgesetzt

 

Buch Tipp des Monats:

Andreas Pickney - Ella Fitzgerald: The Tale of a Vocal Virtuosa (Hardcover)

The talented husband-and-wife team behind Duke Ellington turns to jazz biography once again, this time showcasing the First Lady of Song. Narrated by Scat Cat Monroe, a feline in a zoot suit, the book spins four "tracks" on Fitzgerald's life, from her childhood in Yonkers performing on street corners, to her discovery at a 1934 talent contest at the legendary Apollo Theatre to her move into the "ping-pong rhythms" of bebop. Whether swinging at the Savoy "to a house packed tighter than the A train" or breaking the racial barrier at many clubs ("Ella's popularity showed them that a true star has no color it just shines"), the singer's career is expertly framed to fit a picture book format. The prose, while occasionally labored, swings to a syncopated beat and piles on the synesthesia ("Ella rolled out a tune sweet enough to bake"; "Her voice was quick-fried rhythm, with a brassy satin twist"). Brian Pinkney turns out some of his best work yet. Rendered in a pleasingly high-contrast palette of pastels, the scratchboard illustrations are invested with magical realism, complete with dancers flying off the pages and topsy-turvy musicians. A particularly memorable spread about Ella's hit "How High the Moon" launches her into space on a trumpet with Dizzy Gillespie. A "skippity-hop-doo-dee-bop" picture book.

 

Leslie Gorse - The Ella Fitzgerald Companion : Seven Decades of Commentary )
This book is a must have for fans of Ella, the redoubtable first lady of jazz who could take even a trifle of a song and turn it into a gem with her distinctly buoyant, sunny, sure, fluid and gorgeous voice. Ella was Frank Sinatra's favorite female vocalist -- for "The Voice" to single her out for this kind of acclaim was, and is, praise of the highest order. For all her talent, for all her celebrity and acclaim, however, Ella Fitzgerald ultimately remained a very private figure, an enigma to most, owing to her extreme shyness. This book gives glimpses not only into the modest woman behind the huge voice, but also the way she came up in the ranks through hardscrabble, honest work and the boosters in her life who recognized the greatness in her -- and made sure the world heard it. The book is a compendium of commentary (reviews and reminiscences) published throughout her career. It is clear that Ella's talent was recognized during her own time, though many of the details of her personal life with its various disappointments were shrouded -- sublimated, perhaps, so that she could focus on the thing that made Ella the happiest -- singing. Sing she did, like very few others, pouring out her heart and the sunshine that gladdened the hearts of legions of fans (and still does today). If you don't yet know Ella's work -- or if you do -- this book is worth a read. And if you *don't* know Ella's work, don't waste any more time! The woman was almost supernaturally gifted with pipes of gold.

 
  Youtube links des Monats:
Ella Fitzgerald - Summertime live
Ella Fitzgerald - Lullaby Of Birdland- LIVE!
Frank Sinatra and Ella Fitzgerald - Lady Is a Tramp live



Juni 2009

Sepp´s Jazzmusiker des Monats:

Duke Ellington

Meine Duke Ellington Story:
Von ihm konnte ich seit 1955 bei unzähligen Gastspielen Fotos machen. Aber nie kam ich ihm so nah wie 1965. Damals hatte ihn Hans Georg Brunner-Schwer, der Chef der Plattenfirma MPS, in sein Haus in Villingen im Schwarzwald zu einem Privatkonzert engagiert. Eingeladen waren Freunde des Hauses wie etwa der Publizist Joachim Ernst Berendt, der Saxophonist Hans Koller und der Geiger Toni Stricker. Ellington kam in Begleitung seiner Freundin Fernanda de Castro Monte und seines wichtigsten musikalischen Partners Billy Strayhorn – sowie mit Schlagzeuger Sam Woodyard und Bassist John Lamb. Nach dem Essen setzte er sich an den Flügel. Aber schon nach einer Stunde endete das Konzert. Ellington ging ins Tonstudio und hörte sich die Mitschnitte an. Ich wollte schon die Kameras und Scheinwerfer einpacken, doch da begannen einige der Musiker unter den Gästen eine Session. Die Sensation: Der Duke, kam wieder! Er stieg mit ein und spielte bis zum frühen Morgen. In dieser wunderbaren Atmosphäre machte ich ein Foto mach dem anderen.
Am nächsten Tag gastierte das Duke Ellington Orchestra in München. Ich traf den Duke in seiner Garderobe. Kritisch musterte er die Bilder vom Abend zuvor und wählte zwei aus, von denen sollte ich ihm je tausend Abzüge an Seine New Yorker Adresse schicken. Er fragte nach dem Preis, doch daran hatte ich bisher nicht gedacht und sagte: „ So etwa 80 Dollar.“ Ellington fixierte mich kurz, zog einen Scheck aus der Tasche, unterschrieb ihn und sagte: „Setz du den Betrag ein, du wirst mich schon nicht betrügen.“ Jetzt noch ärgere ich mich, dass ich diesen Scheck mit „80 Dollar“ ausfüllte. Könnte ich mir ein schöneres Andenken wünschen? Ein Blankoscheck mit Duke Ellingtons Unterschrift.

Edward Kennedy „Duke“ Ellington (* 29. April 1899 in Washington D. C.; † 24. Mai 1974 in New York) war der amerikanische Jazz-Komponist, -Pianist und -Bandleader.
Duke Ellington war eine herausragende Größe des Jazz der 1920er bis zu den 1960er Jahren mit einem bis heute nicht hoch genug einzuschätzenden Einfluss. Man zählt ihn zu den größten amerikanischen Komponisten. Zu seinen zahlreichen Erfolgen zählen: Satin Doll, Rockin' in Rhythm, Mood Indigo, Caravan oder Sophisticated Lady. In den 1920er und 1930er Jahren entstanden sie häufig in Zusammenarbeit mit Irving Mills, ab Ende der 1930er Jahre mit Billy Strayhorn.

Viele seine Werke schrieb Ellington für einzelne Musiker seines Orchesters. Dabei setzte er deren individuelle Talente gezielt für den Klang seiner Musik ein. Dazu zählten Johnny Hodges, Bubber Miley, Cootie Williams, Joe „Tricky Sam“ Nanton, Barney Bigard, Ben Webster, Harry Carney, Sonny Greer, Otto Hardwick und Wellman Braud. Zu den bekanntesten dieser Kompositionen zählt das 1940 aufgenommene Concerto for Cootie. Einige Musiker wie Jimmy Blanton und Ben Webster gaben dem Jazz selbst während der kurzen Zeit, die sie mit Ellington spielten, weitreichende Impulse, viele Musiker wie Johnny Hodges, Barney Bigard und Otto Hardwick gehörten Jahrzehnte zu seinem Ensemble und erlebten in dieser Zeit ihre künstlerischen Höhepunkte.

Ellington schrieb auch Filmmusiken, von Black and Tan Fantasy (1929), über Anatomy of a Murder (1959) mit James Stewart als einem Bandleader, bis Paris Blues (1961) mit Paul Newman und Sidney Poitier als Jazzmusikern.

Wikepedia link http://de.wikipedia.org/wiki/Duke_Ellington

 

CD Tipp des Monats:

Duke Ellington - Columbia Original Masters [Box-Set]


Diese relativ neue CD Box mit Ellington's Aufnahmen zwischen 1932-1939 is generös mit 95 Titeln aber leider sehr mager im Begleitheft: es gibt keine discographische Information und nur spärliche erläuterung zu dem was geboten wird. Damit hört dann aber auch alle Kritik auf. Die Remastering ist von Harry Coster's hand ist einwandfrei. (Coster arbeitet uA für das holländische Jazz Archiv und hat sich da einen sehr guten Ruf verdient für peinlich genaue Restaurierung alten Materials; zu seinen Zeugnissen gehören Cds von The Ramblers, Dick Willebrandts und Ernst van 't Hoff.). Noch nie klangen die Aufnahmen so gut wie hier.
Und dann gibt es selbstverständlich die Musik: die ist formidabel, sowohl inhaltlich als auch in der Ausführung, durch diese beispiellose Gruppe stolzer Musiker die von Duke Ellington zu einem einzigartigem Klangkörper zusammen geschmiedet wurden. Diese Aufnahmen zeugen davon dass Ellington, obwohl er keine "Swingband" im herkömmlichen kommerziellen Stil leitete, einen enormen Einfluss ausgeübt hat auf fast jedes andere Orchester in den Dreissigern, amerikanisch, britisch oder kontinental europäisch. Welches sichselbst als Swingband bezeichnendes und respektierendes Orchester spielte keine (verdünnte) Version von "Caravan", "Azure" oder "Sophisticated Lady"? Ellington beeinflusste eine ganze Generation von Komponisten und Arrangeure: "Moonglow" ist der Zwilingsbruder von Ellington's "Lazy Rhapsody", die Einleitung zu "Daybreak Express" wurde neun Jahre später von Glenn Miller's Arrangeur Jerry Gray fast Notentreu kopiiert für "Chatanooga Choo-Choo", der Konzept eines 'Trumpet Battle' in "Tootin'Through the Roof" wurde von Joe Garland bearbeitet für Glenn Miller's Trompetensatz in "In the Mood" und von Sy Oliver verwendet in seinem Arrangement von Tommy Dorsey's "Swing High" usw. (Billy May, meinte in einem Interview Ellington hätte "das Arrangierbuch geschrieben"; seine eigene Arrangements für Charlie Barnet, Glenn Miller, Ozzie Nelson und später für Nat King Cole und Frank Sinatra sind Zeugnisse davon). Aber keines der damaligen Orchester erreichte jemals die emotionale Tiefe von "In a Sentimental Mood", "Azure", "Lost in Meditation" oder konnte so relaxt swingen wie "I Let a Song Go Out of my Heart". Und welcher Altist war nicht eifersüchtig auf Johnny Hodges' ravissant schönem Ton und fehlerlose Technik; welcher Trombonist hat nich mal wenigstens versucht die geisterhaften Töne zu reproduzieren die Joe Nanton mit seinem Plungermute hervorrief; welcher Trompeter hat nicht mal Rex Stewart's halbventil Technik oder Cootie Williams' Growl- und Plungerarbeit nachgeahmt? Um nur zu schweigen von Trombonisten Lawrence Brown und Juan Tizol: sie waren unnachahmlich.
Die Meisten von Duke Ellington's Kernwerke finden Sie hier zurück; neben den schon erwähnten gibt es weiter "Blue Light", "Serenade to Sweden", das swingende "The Sergeant Was Shy", "St Louis Blues" (mit Gesang von Bing Crosby), "A Gypsy Without a Song", aber auch die (öfters misverstandene und stark kritisierte) längere Werke wie das vierteilige "Reminiscing in Tempo", "Diminuendo and Crescendo in Blue", die herrliche Zweitaufnahme von "Black and Tan Fantasy" usw. usw. Obwohl ich kein Verständnis habe für das Weglassen der diskographischen Information, verdienen die üppige Zahl der Tracks, die ausgezeichnete Remastering und vor allem die sehr hohe Qualität der Musik die höchst denkbare Bewertung.

 

Duke Ellington – Money Jungle

Was für eine Allianz: Ein legendärer Bandleader und Komponist, ein Pionier des Bop am Schlagzeug und ein Gigant, der in keine Kategorie passt (einer mit Haken und Ösen), am Bass. Wen wundert es da, dass die Spannung zwischen Duke Ellington, Max Roach und Charlie Mingus in der Luft liegt und spürbar ist und dieses gesamte atemberaubende Album aus dem Jahre 1962 mit Leidenschaft und Aggression durchzieht. Bei dem zerfransten Blues "Very Special" schafft Ellington eine schwermütige Atmosphäre, wobei sein Klavierspiel an Free Jazz grenzt. Roachs Stöcke tanzen und taumeln bei "A Little Max" unablässig über jeden Millimeter seines Schlagzeug-Sets, und bei "Caravan" schafft er den Übergang von exotischen Rhythmen zu strikter Einhaltung des Taktes. Dukes Harmonie-Erfindungen sind sanft und geheimnisvoll bei "Fleurette Africaine", aber gleichzeitig schrill und durchdacht bei dem widersprüchlichen "Wig Wise". Man kann es kaum glauben, dass nur drei Leute das Titelstück, dieses stampfende, zerfetzte Monster, alleine schaffen können. Ellington stellt ganz allein die schönen Melodien der zu Klassikern gewordenen Balladen "Soltitude" und "Warm Valley" in den Mittelpunkt, aber der Stress kehrt zurück, wenn seine Rhythmusgruppe wieder eingreift. Mingus, der Ellington abgöttisch verehrte, scheint seinen Meister hier mit Absicht nerven, ja geradezu verspotten zu wollen. Sie werden sagen, der Synergie-Effekt wirkte als Zaubermittel, allerdings scheinen die drei hier gegeneinander zu arbeiten

 

Duke Ellington - Ellington at Newport 1956 (Complete) [Doppel-CD]

Über 50 Jahre nach dem legendären Ereignis liegt nun endlich das vollständige Konzert auf CD vor. Sämtliche Nummern sind in der tatsächlichen Reihenfolge zu hören, inkl. Ansagen, Applaus und Festivalatmoshäre. Ein aufgeregter George Wein ist zu hören, der aus Angst vor einem Tumult das Konzert abbrechen will, worauf das Publikum dann erst recht die Bühne zu stürmen droht. Die CD offenbart die Genesis des Newport-Triumphes bildhaft auch dem, der leider damals nicht dabei war. Die Rolle Dukes als Anfeuerer, der den Kessel zum Brodeln bringt, wird hier auf der CD erst richtig deutlich. Sicher, ein Doppel-Album (mit den teilweise recht ausführlichen Ansagen des Emcees Father Norman O'Connor) wäre wohl nicht so erfolgreich geworden wie das Columbia-Album von 1956; auch gibt sich das Orchester in der Live-Einspielung der "Newport Jazz Festival Suite" nicht so souverän wie auf der veröffentlichten Studioeinspielung (eigtl. ein Mix), der Jazzliebhaber wird aber begeistert sein, weil er erstmals zu seinem Recht kommt, Zeuge eines historischen Ereignisses zu werden. Und so heißt auf diese Ausgabe zu verzichten, das gleiche wie der Nichtgebrauch seines Wahlrechtes.

 

DVD Tipp des Monats

Duke Ellington - Norman Granz' Jazz in Montreux - Duke Ellington & Ella Fitzgerald

Diese Doppel-DVD ist die aktuelle Ergänzung der Norman Granz-Kollektion und bringt zwei der großartigsten Persönlichkeiten des Jazz zusammen: Duke Ellington & Ella Fitzgerald. Duke Ellington war eine herausragende Größe des Jazz der 1920er bis zu den 1960er Jahren mit einem bis heute nicht zu unterschätzenden Einfluss. Man zählt ihn zu den größten amerikanischen Komponisten. Die erste DVD zeigt Duke bei einem Konzert in Südfrankreich mit Ella Fitzgerald als ganz speziellen Gast. Ella Fitzgerald ist ein Name mit Klang. Ihr unvergleichliches gesangliches Talent war schon zu Lebzeiten ein Grund für stürmische Lobpreisungen und manch einer meint sogar, dass - als sie am 15. Juni 1996 starb - mit ihr die größte Jazzsängerin aller Zeiten gegangen ist. Tracklisting: Disc 1: "Duke Ellington at the Cote d'Azur with Ella Fitzgerald and Joan Miró" - Duke Ellington Band 01 The Opener 02 Such Sweet Thunder 03 Medley: Black And Tan Fantasy/Creole Love Call, The Mooche - Duke Ellington Trio 04 Kinda Dukish 05 The Shepherd - Duke Ellingron Band: 06 The Old Circus Train Turn-Around Blues 07 La Plus Belle Africaine 08 Satin Doll 09 Something To Live For 10 Jazz Samba 11 Things Ain't What They Used To Be Disc 2: "Duke: The Last Jam Session" 01 The Brotherhood 02 Just Squeeze 03 Carnegie Blues 04 The Hawk Talks 05 Prelude To A Kiss 06 Cotton Tail 07 Everything But You 08 Love You Medly 09 Fragmented Suite for Piano & Bass
Film Festival (Best Documentary).

 

Duke Ellington - Live in '58

Duke Ellington ist mit Sicherheit einer der großartigsten Songwriter und Bandleader des Jazz. Auf dieser DVD nun ist eines der unvergesslichen Konzerte Ellingtons zu sehen. Erstmals wurde ein abendfüllendes Programm mit dem Großmeister des Jazz in voller Länge gefilmt. Kein geringerer Ort als das berühmte Amsterdamer Concertgebouw bietet die Kulisse für dieses besondere Ereignis, zwei Jahre nach der atemberaubenden Performance beim Newport Jazz Festival 1956, die Ellington im Nachhinein selbst als seine zweite Geburt bezeichnete. Tracklisting: Holland 1958 01 Black and tan fantasy/Creole love call/The Mooch 02 Harlem air shaft 03 Sophisticated lady 04 My funny valentine 05 Kinda Dukish/Rockin' in Rhythm 06 Mr. Gentle and Mr. Cool 07 Jack the bear 08 You better know it 09 All of me 10 Things ain't what they used to be 11 Hi-Fi-Fo-Fum 12 Ellington Medley (10 songs) 13 Diminuendo in blue and Crescendo in blue.

 

Buch Tipp des Monats:

E.K.Ellington - Music Is My Mistress (Paperback)

Music is my mistress, and she plays second fiddle to no one.” This is the story of Duke Ellington—the story of Jazz itself. Told in his own way, in his own words, a symphony written by the King of Jazz. His story spans and defines a half-century of modern music.This man who created over 1500 compositions was as much at home in Harlem’s Cotton Club in the ‘20s as he was at a White House birthday celebration in his honor in the ‘60s. For Duke knew everyone and savored them all. Passionate about his music and the people who made music, he counted as his friends hundreds of the musicians who changed the face of music throughout the world: Bechet, Basie, Armstrong, Lena Horne, Ella Fitzgerald, Sinatra, to name a few of them. Here are 100 photographs to give us an intimate view of Duke’s world—his family, his friends, his associates.What emerges most strongly in his commitment to music, the mistress for whom he saves the fullest intensity of his passion. ”Lovers have come and gone, but only my mistress stays,” he says. He composed not only songs that all the world has sung, but also suites, sacred works, music for stage and screen and symphonies. This rich book, the embodiment of the life and works of the Duke, is replete with appendices listing singers, arrangers, lyricists and the symphony orchestras with whom the Duke played. There is a book to own and cherish by all who love Jazz and the contributions made to it by the Duke.

 

Mercer Ellington
Duke Ellington in Person: An Intimate Memoir (Paperback) )

It's hard not to feel a little sorry for Mercer Ellington, who by his own admission spent the better part of his life locked in an Oedipal struggle with his brilliant dad. But let's not forget that Mercer wrote a handful of classics, ranging from melancholic mood pieces ("Blue Serge") to jam-session perennials ("Things Ain't What They Used to Be"). Nor should we overlook this fine memoir, which offers a window into Ellington's fantastically elusive private life. This is neither a dutiful hagiography nor an act of literary patricide: instead, Mercer has effectively mingled his father's story with his own. And in the end, he's too respectful of Duke's genius not to forgive his moments of paternal pettiness and axe-grinding.

 
  Youtube links des Monats:
Duke Ellington – C Jam Blues 1942
Duke Ellington – Take the A Train
Duke Ellington - Ella and Duke – live at the Côte d'Azur



April 2009

Sepp´s Jazzmusiker des Monats:

Miles Davis
MEINE MILES DAVIS STORY:

Fünfzig Jahre lang prägte dieser Musiker die Entwicklung des Jazz. Er war nicht nur ein begnadeter Trompeter und Komponist. Miles Davis war eine Leitfigur. Aber auch: Ein schwieriger und sperriger Zeitgenosse. Für seine exzentrischen Auftritte war er berühmt, Fotografen belagerten ihn unablässig, doch er wusste sich zu wehren. Wenn es ihm zu bunt wurde, drehte er uns allen beim Spielen den Rücken zu. Besonders schwierig war es, ihn hinter der Bühne für ein Foto abzupassen: Es gelang mir nie. 1965 trat er in New Port auf, wie immer verrückt gekleidet. In Designer-Jeans-Anzug, und er spielte auf einer schwarzen Trompete. Am nächsten Nachmittag entdeckte ich ihn, von schönen Frauen umgeben, im Publikum. Ich ging mit der Kamera auf ihn zu. Die Überraschung: Als er mich bemerkte, winkte er leutselig – und dann zog er sein T-shirt aus und zeigte uns seinen schlanken, muskulösen Oberkörper. Es war hinreißend. So locker habe ich ihn nie wieder erlebt. Später erfuhr ich den Grund seiner Zugänglichkeit: Er hatte eine neue Love Affair – mit Marguerite Eskridge.

Miles Dewey Davis III.
(* 26. Mai 1926 in Alton, Illinois; † 28. September 1991 in Santa Monica, Kalifornien) war ein amerikanischer Trompeter, Komponist und Bandleader. Davis gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Jazz-Geschichte. Er war und ist bekannt für seine Improvisationen mit wenigen und lang anhaltenden Tönen. So schaffte er einen großen Kontrast zu den Musikern seiner Zeit, besonders im Bebop. Alles in allem legte Davis konzeptionell immer wieder neue Grundsteine, indem er nie konservativ auf einem Jazz-Stil beharrte, sondern immer mit der Zeit ging und mit jungen Musikern experimentierte. Zahllose Jazz-Größen haben ihren Durchbruch der Zusammenarbeit mit Davis zu verdanken.

Wikepedia link http://de.wikipedia.org/wiki/Miles_Davis

 

CD Tipp des Monats:

Miles Davis - Kind of Blue Deluxe 50th Anniversary Collector'S E [Box-Set]


Es klingt etwas pathetisch, aber Carlos Santana beschreibt den Entstehungsprozess, der zum erfolgreichsten Jazzalbum aller Zeiten führen sollte, sehr treffend: „Du gehst mit einem Minimum an Material ins Studio und verlässt es mit der Ewigkeit.“ Am Samstag, dem 2. März 1959, wurde um 14.30 Uhr damit begonnen, diese Ewigkeit auf Magnettonband aufzuzeichnen. Ort des Geschehens: Ein 30 mal 30 mal 30 Meter messender Raum in der 30. Straße in New York, der einst zu einer griechisch-orthodoxen Kirche gehört hatte, mittlerweile aber von CBS als Aufnahmestudio genutzt wurde und für seinen warmen, natürlichen Raumklang berühmt war. Sieben Wochen später gingen die beteiligten Musiker noch einmal ins Studio. Nach insgesamt nur neun Stunden Aufnahmezeit war das Album im Kasten. „Kind of Blue“ ist definitiv das meistverkaufte Jazzalbum aller Zeiten (obwohl Dave Brubeck 1959 mit der LP „Time Out“ inklusive der Hitsingle „Take Five“ noch erfolgreicher war). Darüber hinaus aber steht sein Status als eines der schönsten Alben aller Zeiten außer Frage. Nur wenige Aufnahmen hören sich ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung dermaßen zeitlos an, wie diese Five Tunes That Shook the World. Auch wenn „Kind of Blue“ nicht nur Jazzfans begeistert, ist das Album ein untrüglicher Lackmustest: Wer nicht spätestens nach einer halben Minuten gepackt wird, wenn nach der schwebenden Rubato-Einleitung erstmals das von den Bläsern beantwortete Bassmotiv des eröffnenden „So What“ erklingt, ist für den Jazz unwiderbringlich verloren. Tolle 50 years Collector´s Edition von Kind of blues mit 4 CDs mit unveröffentlichten Aufnahmen, 1 DVD, klasse Booklet, Fotocards, Postern und der LP.

 

Miles Davis – Milestones

Dieses Album war 1958 das erste und letzte, das Miles Davis mit dieser Musikerzusammenstellung veröffentlichte: Davis (tp), Trane (ts), Canonball (as), Philly Joe Jones (drums), Paul Chambers (bass) und Red Garland (piano). Der Sound des Albums ist durchzogen von Neuinterpretationen alter Bebop Songs (so z.B. Dizzy Gillespies Klassiker "Two Bass Hit", Track 3). Dadurch ist das Tempo teilweise rasend schnell. Trane und Canonball wechseln sich in unglaublich rasch aufeinanderfolgenden Soli ab und ergänzen sich fantastisch! Davis bricht dieses hohe Tempo dann oftmals mit cool gespielten Soli, wie z.B. auf "Milestones", welches eines meiner Lieblingsstücke von Miles Davis insgesamt ist. Davis' Solo ist bei diesem Song atemberaubend schön! Absoluter Wahnsinn. Ein weiteres Highlight ist der Song "Billy Boy", ein traditionelles Volkslied, das hier nur von der Rhythmusgruppe gespielt wird. Was Philly Joe Jones dabei an seinen Drums abliefert ist kaum mit Worten zu beschreiben! Ich habe selten Drummer gehört, die so schnell und trotzdem akzentuiert spielen können. Es ist unfassbar, wie der Mann das mit nur zwei Händen hinbekommen hat! Trane liefert auf den restlichen Tracks seine berühmten "Sheets of Sound" und bläst sämtliche Tenor-Saxophon-Konkurrenz locker an die Wand. Canonball spielt dagegen eher bluesiger, mit viel Liebe zum Detail! Chambers unterstützt das ganze mit seinen gewohnten rollenden Bässen. Kurzum: Das ganze Album macht Spaß, auch nach zigmaligem Durchhören! Für mich eins der besten Alben von Davis! Diesen Sound hat er danach nie wieder mit einer Band gespielt! Darum: Kaufen!

 

Miles Davis – Bitches Brew

Mit dieser Doppel-LP wurde Miles Davis auch bei Hörern von Beat- und Popmusik bekannt. Noch heute finden manche den ersten Einstieg in die Welt des Jazz mit einer Platte/CD von Miles Davis. Für "Bitches Brew" mit seinem gelungenen Cover wurde 1970 in Jugendzeitschriften geworben, es verkaufte sich sehr gut. Mit einer halben Million die bis dato (neben Kind of Blue) kommerziell erfolgreichste Jazzproduktion. "Bitches Brew" ist allerdings keine leichte Kost. Selbst Psychedelic-Gruppen wie Grafeful Dead oder Soft Machine klingen vergleichsweise eingängig. Obwohl ich kein Liebhaber von Free Jazz bin, höre ich "Bitches Brew" recht häufig und gern. So viele begabte und bekannte Jazz-Musiker in einer Produktion findet man selbst bei Miles Davis nicht oft (Davis, Herbie Hancock, Chick Corea, Airto, John Mac Laughlin gibt sein Debüt, Wayne Shorter, ...). Die Musik ist sehr komplex, jemand hat mal gesagt sie würde die emotionale Bandbreite der Stadt N.Y.C. ausdrücken. Ansprechend, verwirrend, beängstigend bis graziös und schön. Zaubert mit (z.T.) 3 ! E-Pianos eine exotische Atmosphäre in den Raum. Schiebt man den Bass-Regler seiner Stereoanlage nach oben, spürt man den Groove der Rhythmus-Section noch stärker, "Bitches Brew" gilt als die erste Jazzplatte mit unterlegten Beatrhythmen. - "Spanish Key", Miles hatte sich schon seit 1958 gerne von spanischer Musik beinflussen lassen. Der Rhythmus - als Kontrast zu den melodieführenden Blasinstrumenten und der flamencoartigen Gitarrenfigur von John Mc Laughlin - ist hier besonders treibend. - "Bitches Brew", 27 Minuten, baut sich auf einer immer wiederholenden Bass-Linie auf. Es gab in einem New Yorker Lokal ein Gericht mit gleichem Namen auf der Speisekarte. So kam Miles Davis auf den Titel. - "Miles Runs the Voodoo down" - mit seinen afrikanischen Elementen - ist die zugänglichste Kollage des ganzen Gebräus und hat fast so etwas wie eine einprägsame Melodie. War sogar in Kurzform auf Single erschienen und wurde angeblich in manchen New Yorker Juke-Boxen gerne gewählt. - "Sanctuary" ist die Ruhe und Entspannung nach den langen Titeln. - Das Cover zeigt gelungen und würdevoll Motive aus Afrika (links) und der Neuen Welt (Ozean). Auch die einfach gehaltenen Liner Notes erweckten den Eindruck eines bahnbrechenden Debüts. Zu einer Zeit, als Miles Davis schon fast zwanzig Jahre Platten veröffentlichte. Fazit: Sehr originell und gelungen, als Einstieg vielleicht eher "Sketches of Spain", "Kind of Blue" oder "In a Silent Way" nehmen. Es gibt keine bekannte Produktion in Jazz und Rock, die mehr "far out" klingt als die 90 Minuten von "Bitches Brew"! Die Tonqualität war schon 1970 gut, sie wurde digital noch überarbeitet zu einem Hörgenuss.

 

DVD Tipp des Monats

Miles Davis Quintet - European Tour 1967

Vierzig Jahre musste die Jazzwelt auf die Veröffentlichung dieser wahrscheinlich einzigen Konzert-Videos der Formation Davis-Shorter-Hancock-Carter-Williams warten, die bezeichnenderweise nicht in Amerika, sondern in Europa mitgeschnitten wurden. Miles und seine Leute sind in Höchstform. Man sieht der DVD zwar die Qualität eines Videobandes an, aber insgesamt ist die Qualität geradezu brilliant. Die gesamte Fangemeinde ließ ein Freudenschrei los, als bekannt wurde, dass diese Aufnahmen endlich zu bekommen sind! Seien wir eingefleischte Fans einfach nur froh und dankbar, dass dieses phänomenale Miles Davis Quintett nach über 40 Jahren mehr oder weniger in voller Länge 2 mal "live" zu sehen ist. Bisher kursierte lediglich die 9 min lange "Footprints"-Version des Stockholmer Konzerts als VHS-Version, nun liegt das gesamte Konzert vor und ein weiteres, welches einige Tage später in Karlsruhe stattfand.

 

Julian Benedikt – Blue Note – a Story of Modern Jazz

 

Rolling Stone aktuelle Ausgabe 3- 2009

Julian Benedikt, ein langjähriger Freund, hat übrigens auch den aktuellen w&co Trailer, sowie das Video der Band Drown´n´Tears von w&co GF Alex Werkmeister gedreht..

 

Buch Tipp des Monats:

Miles Davis - Die Autobiographie

Miles Davis war vielleicht der innovativste und kreativste Musiker des Jazz überhaupt. Freunde und Kenner der Szene behaupten aber auch, dass er eine sehr schwierige und komplizierte Person gewesen sei. Wie auch immer - in Miles Davis - Die Autobiographie erfährt der Leser aus erster Hand, wie das Leben und Denken dieses genialen Künstlers wirklich ablief. Miles breitet in Zusammenarbeit mit dem Autor Quincy Troupe schonungslos offen und ungeschminkt seine Lebensgeschichte aus. Er erzählt davon, wie ihn zunächst der Sport faszinierte. Baseball, Football, Basketball, Schwimmen und vor allem Boxen sind seine ersten Lebensinhalte. Schließlich locken die Musik und Namen wie Charlie Parker oder Dizzy Gillespie den jungen Mann nach St. Louis, Mississippi. An einem Abend im Jahr 1944 steht der 18-jährige Miles Davis mit "Bird" und "Diz" dann plötzlich auf einer Bühne: "Mann, es war das Schärfste. Es ging mir durch und durch. Ich hatte die Musik überall in meinem Körper, genau das wollte ich hören... Und ich steh oben und spiel mit ihnen." Schnell geht Davis Stern auf. In seinen Erzählungen und Anekdoten nimmt Miles kein Blatt vor den Mund. "Mistkerl" ist noch die harmloseste Bezeichnung für Musikerkollegen oder Manager, die Miles Davis nicht leiden konnte. Das Buch ist ein Treffen mit dem Who's who des Jazz und Rock. Der Leser erfährt, wie sehr der Trompeter Jimi Hendrix verehrte. Er erfährt von den Drogenexzessen, von Miles Verhaftung wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt. Und er kann einen Blick hinter die Kulissen werfen, quasi posthum teilhaben an der Entstehungsgeschichte von legendären Platten wie Birth Of The Cool, Sketches Of Spain, Kind Of Blue, ESP oder Bitches Brew. Aufgelockert wird das spannende Buch durch schöne und seltene Fotos. Am Ende findet sich eine hervorragende Diskographie, geordnet nach Aufnahmedaten, Songtiel, Musiker, Label und Bestell-Nummern.

 
  Youtube links des Monats:
Miles Davis - So What
Miles Davis – Bitches Brew



Januar 2009


Sepp´s Jazzmusiker des Monats:

THELONIOUS MONK “THE UNIQUE“
MEINE MONK STORY:

Oft passen Namen verblüffend gut zu den Menschen, die sie tragen, dies trifft auch auf THELONIOUS MONK zu. Das Englische Wort Monk heißt „Mönch“, und dieser geniale Pianist mit seiner Vorliebe für Karge Töne und asketische Kompositionen war so etwas wie ein Mönch der Musik. An einem jenen heißen Juni-Abend 1965 beim Newport-Festival stellte Joachim F. Berendt mich ihm vor. Seine unverwechselbaren Markenzeichen waren ausgefallene Hüte. Ich machte Fotos von Ihm und er meinte: Wenn wir uns in Deutschland treffen bringst du mir Fotos mit. 1969 bei den Berliner Jazztagen begegneten wir uns wieder. Sein Auftritt beim Konzert war großartig. Er stand während des Spiels wieder so oft auf und tanzte sich in Trance. Dieses Bild wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Thelonious Sphere Monk
(* 10.Oktober 1917 in Rocky Mount, North Carolina; † 17. Februar 1982 in Weehawken, New Jersey) war ein amerikanischer Jazzmusiker (Pianist und Komponist).Er war neben Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Charlie Christian und Kenny Clarke einer der Mitbegründer des Bebop. Mit seinem eigenwilligen Klavierstil und seinen unverwechselbaren Kompositionen gilt Monk als einer der großen Individualisten und bedeutenden Innovatoren des Modern Jazz.

Wikepedia link http://de.wikipedia.org/wiki/Thelonious_Monk

 

CD Tipp des Monats:

Thelonious Monk - Genius of Modern Music Vol.1 [Original Recording Remastered]


Die Aufnahmen auf dieser CD stammen von Monks ersten Aufnahmesitzungen als Bandleader in 1947. Die einzelnen Stücke sind in der chronologischen Reihenfolge der Aufnahme wiedergegeben, zudem sind von vielen Stücken alternative Aufnahmen mitveröffentlich. Der Inhalt der CD ist deshalb deutlich umfangreicher und anders als der der gleichnamigen LP. Die CD enthält bereits viele Stücke von Monk ("Thelonious", "Well, You Needn't" und insbesondere "'Round Midnight"), die heutzutage Klassiker sind. Monk selber ist dabei in absoluter Höchstform. Einigen Stücken hört man an, dass die Aufnahmen von 1947 stammen, insbesamt ist die Qualität jedoch überraschend gut. Ein Muss für jeden Monk-Liebhaber.

 

Thelonious Monk - Criss-Cross

Für mich die genialste Scheibe von Thelonious Monk überhaupt! Fantastische Ideen (vor allem: wie kann man so unglaublich Tea For Two arrangieren?), ein nicht nur für damalige Zeiten sehr guter, transparenter Sound und jede Menge Spielfreude. Besonders angesprochen hat mich neben Monk der Bassist, der wunderbar 'jumpt'. Sehr Empfehlenswert - vielleicht sogar für absolute Monk-Neulinge.

 

Thelonious Monk Quartet with John Coltrane at Carnegie Hall

Das ist schon eine kleine Sensation: in der Kongressbibliothek von Washington DC findet Jazz-Experte Larry Applebaum ein Band, einen Live-Mitschnitt, schlecht beschriftet, unscheinbar, und - hält eine Aufnahme vom Thelonious Monk Quartet mit John Coltrane in den Händen. Ein ganz besonderer Fund, denn die Zusammenarbeit der beiden Jazzgiganten währte nur ein halbes Jahr, es gibt kaum und auch nur schlechte Aufnahmen aus der Zeit im "Five Spot" in New York, wo die Band im Jahre 1957 häufig auftrat. Coltrane befand sich damals zwischen zwei Engagements bei Miles Davis. Nachdem dieser ihn Anfang 1957 wegen notorischer Unzuverlässigkeit gefeuert hatte, gelang Coltrane der entscheidende persönliche Schritt - er befreite sich durch einen konsequenten Entzug von Alkohol und Heroin. Ebenso in die Zeit mit Monk fällt John Coltranes legendäres Album Blue Train, übrigens das einzige, das er für Blue Note als Bandleader aufnahm. John Coltrane lernte von Monk den Umgang mit komplexen melodischen und rhythmischen Strukturen und begann, als einziger Bläser des Quartetts, ausgedehntere, immer freiere Soli zu spielen. At Carnegie Hall wurde am 29. November 1957 aufgezeichnet: fast am Ende und vielleicht am Höhepunkt der für beide Musiker äußerst bereichernden Zusammenarbeit. Fast alle Stücke stammen aus Monks Feder, am Schlagzeug brilliert Shadow Wilson, Ahmed Abdul-Malik spielt Kontrabass. Es ist eine leidenschaftliche Begegnung, klanglich tadellos festgehalten: ein Fest für jeden Liebhaber und Sammler.

 

DVD Tipp des Monats

Thelonious Monk - Straight no chaser

Packendes Filmportrait eines der außergewöhnlichsten Jazz-Pianisten und Komponisten mit Live-Aufnahmen und Interviews aus den 60er Jahren. Die DVD enthält eine abgerundete Mischung aus dokumentarischen Beiträgen und Interviews sowie Studioaufnahmen und Konzertmitschnitten. Sehr informativ, nie langweilig und die Musik ist natürlich spitze. Der Film ist einfach ein Muss für jeden Monk-Fan.

 

Buch Tipp des Monats:

Pannonica de Koenigswarter - Die Jazzmusiker und ihre drei Wünsche: Fotografiert und notiert von Baronesse Pannonica de Koenigswarter

Um nicht von Sensation zu sprechen: Dieses Buch ist für jeden Jazzfan eine überaus freudige Überraschung, es rührt an und lässt wundern: Die fabulöse Nica, Baronesse Pannonica de Koenigswarter geb. Rothschild, Mentorin und Vertraute sozusagen aller Jazzer im New York der 50er und 60er Jahre, die Frau, in deren Wohnung Charlie Parker starb und Thelonious Monk neun Jahre lebte, namentlich verewigt in zwei Dutzend Jazzstandards, Nica also hat mit einer Polaroid-Kamera 300 ihrer Jazzmusikerfreunde fotografiert und ihnen allen die Frage gestellt, was sie sich wünschen würden, hätten sie drei Wünsche frei, um daraus irgendwann einmal ein Buch zu machen. Sie selbst ist nicht mehr dazu gekommen, ihre Enkelin Nadine hat den Schatz im letzten Jahr heben können und das Projekt zu einem späten glücklichen Ausgang gebracht. Und da sieht man sie alle, in rauen ungeschönten, teilweise zerfallenden, aber um so kostbareren Fotos.

 
  Youtube links des Monats:
Thelonious Monk - Round About Midnight
Thelonious Monk - Blue Monk